Betreff: Waldgedenkstätte

Lieber sehr geehrter Herr Hominger,

Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Schreiben vom 19.10. diesen Jahres und schlage die Vereinbarkeit für das weitere Vorgehen zwischen unseren beiden Fremdenverkehrsorten gemäss Absprache vor, da es weder Ihnen noch uns möglich erscheint, derzeit ein volles Zweitagesprogramm für anreisende Touristen zu bieten. Wir denken auch, dass mit der von Ihnen vorgeschlagenen Lösung ein hohes Optimierungspotenzial entsteht. In den Kirchen Zum gelittenen Heiland und Der dornenreichen Jungfrau sind unsere lieben Touristen nicht einen vollen Tag über zu beschäftigen. Ganz zu schweigen von der fehlenden historischen Dimension, die dem gemeinsamen Sportheim abgeht.

Wir in unserem Ort haben zudem die Erfahrung gemacht, dass gerade in der Zeit zwischen 10:00 und 12:00 Uhr vormittags, also direkt nach dem zweiten Frühstück, sämtliche Zerstreuungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind, selbst wenn sich die lieben Reisenden dazu entschliežen sollten, die Frühmesse zu besuchen. Auch ein Einreden auf unserem hoch geschätzten Herrn Hochwürden Maier hatte nicht zur Folge, dass die Messe um mehr als 20 Minuten verlängert werden konnte. Er gibt seinen Segen dazu nicht.

Ihr Vorschlag, die auf der Wegstrecke liegenden Forstwirtschaft als einen geheimen Unterschlupf unseres noch stets hoch verehrten Prinzen zu etikettieren und damit neues Fremdenpotential anzuziehen finden wir hervorragend. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass uns bisher von geeigneter Regierungsseite her kein Plazet für diese Idee beschieden ist. Der Grundplan, die besagte Forstwirtschaft als vermutlichen Aufenthalt des Besagten zirka 3 Monate nach seiner Flucht aus der Justizvollzugsanstalt zu etikettieren, finden wir diskussionswürdig.

Wir halten also folgenden Vorschlag fest:

Die Reisegruppe wird nach der frühen Messe in einem dafür vorgesehenen Reisebus gebeten, um über den alten Waldweg zur besagten Hütte zu gelangen. Dort empfehlen wir ein zweites Frühstück, das entsprechend der Richtlinien des örtlichen Touristenverbands gestaltet werden kann. Auch mit Bier. Da es sich bei dieser Walthüttenjause um den Markpunkt zwischen unseren Ortschaften handelt, sehen wir keinerlei Problem darin, aus beiden Ortschaften die entsprechenden Gruppen zu empfangen und sie nach der Stärkung wieder in die Ausgangsortschaften zurück zu empfehlen. Dort kann das weitere Mittagessen eingenommen werden.

Unterweisung kann besorgt werden. Wir dachten dabei an eine wunderschön gestaltete Schautafel, die in kurzer und einprägsamer Weise den Aufenthalt des Besagten in dieser Hütte beschreibt, ohne dabei zu sehr an bereits existierende historische Forschungen angelehnt zu sein. Auch empfiehlt es sich, einen Kiosk mit lehrreichen Broschüren und des weiteren mit geringen Geschenken aufzustellen. Wir dachten dabei an den Gangstock in der Form eines Waldastes inklusive einer kleinen Inschrift auf einer Metallplatte für nicht über █ 34.30.

Des weiteren sollten wir auch über die schmackhaften Dosensuppen unserer geschätzten Frau Irminger nachdenken, deren Etikett das Konterfei des Besagten beinhalten könnte. Wir kalkulieren die Wiederinstandsetzung der alten Waldhütte und das Aufstellen eines geeigneten Kiosk mit daran angebauter Garküche und einer Waldschenke auf einem Betrag nicht über █ 20'000. Bei entsprechendem Interesse ihrerseits würden sich die Kosten dafür in etwa ein bis zwei Monaten amortisieren - für jeweils beide Ortschaften, bei hälftiger Teilung der selbigen.

Wir freuen uns wie bereits ausdrücklich hervorgehoben sehr über ihren Vorschlag und denken, dass sich diese grožartige Initiative bereits zur nächsten Sommersaison starten lässt. Es sollte in unserem beiderseitigen Interesse liegen, diese Attraktion frühzeitig in unserem Prospekt Lebendiges Prinzenland - im Traumland der letzten Könige unterzubringen.

Bitte lassen Sie uns doch wissen, welche weiteren Schritte Sie als nächstes ins Auge fassen würden. Gerne treffen wir uns zu diesem Behufe mit Ihnen auf ein weiteres Abendessen, wobei uns die Ortschaft des Treffens nicht primär wichtig sein soll.

Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen für die kommende Wintersaison

Oberbürgermeister Riemer, Anton



 

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Betreff: Waldgedenkstätte von Harald Taglinger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Schweiz Lizenz.
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